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Dadaismus, Teil 4

Aktualisiert: 22. Nov 2019



Heute freilich – wo sich immer mehr künstlerische Strömungen nach einer Postmoderne sehnen, dabei aber keinen besseren Plan haben, als mit allen Regeln zu brechen, die sie finden können – erscheint dadaistische Kunst in einem völlig anderen Licht lehrreich: Gewiss, Regelbrüche können den Menschen befreien, z.B. von einem übermäßig dogmatischen Kunstbild – doch natürlich heißt das nicht, dass jeder beliebige, ungezielte Regelbruch auch neue Freiheit bescheren muss. Es gehört schon mehr dazu, sich zu befreien, als das: Erst muss man nämlich wissen, was es ist, das einen einsperrt. So ungezielt dadaistische Kunst heute auch immer anmutet, so war sie doch hochgradig gezielt ungezielt. Heute ist das Ungezielte längst kein Tabu mehr. Die Moderne, der die Postmoderne zu entkommen versucht, ist selbst aus einem Regelbruch heraus entstanden und braucht daher keinen solchen Befreiungsschlag.


Gleichwohl ist natürlich der moderne Surrealismus bis heute eine Bereicherung. Er ist nur genau dies – modern. Und nicht, wie gerne angenommen, über die Moderne erhaben.



Grandioser Durchbruch


E̶s̶ ̶d̶i̶e̶n̶e̶n̶ ̶d̶i̶e̶ ̶F̶i̶s̶c̶h̶g̶e̶r̶i̶p̶p̶e̶ ̶ d̶e̶m̶ ̶u̶r̶a̶l̶t̶e̶n̶ ̶T̶r̶ö̶t̶e̶n̶ ̶e̶n̶d̶l̶o̶s̶e̶r̶ ̶B̶l̶ä̶s̶s̶e̶ ̶ d̶e̶s̶ ̶f̶u̶r̶c̶h̶t̶b̶a̶r̶e̶n̶ ̶M̶e̶s̶s̶e̶r̶s̶ ̶b̶e̶t̶r̶u̶n̶k̶e̶n̶e̶r̶̶S̶t̶i̶l̶l̶e̶ ̶ b̶e̶i̶m̶ ̶A̶b̶e̶n̶d̶g̶e̶b̶e̶t̶.̶

Nichtssagend.

E̶s̶ ̶d̶i̶e̶n̶e̶n̶ ̶d̶i̶e̶ ̶ü̶b̶e̶r̶b̶o̶r̶d̶e̶n̶d̶e̶n̶ ̶A̶m̶s̶e̶l̶n̶ ̶ s̶e̶h̶r̶ ̶z̶u̶r̶ ̶m̶a̶n̶i̶s̶c̶h̶e̶n̶ ̶B̶l̶ö̶ß̶e̶ ̶d̶e̶s̶̶f̶u̶r̶c̶h̶t̶b̶a̶r̶e̶n̶ ̶ M̶e̶s̶s̶e̶r̶s̶ ̶ e̶i̶t̶e̶l̶ ̶b̶e̶i̶m̶ ̶S̶c̶h̶n̶e̶i̶d̶e̶n̶ ̶i̶n̶̶ ö̶l̶v̶e̶r̶s̶c̶h̶m̶i̶e̶r̶t̶e̶n̶ ̶B̶r̶a̶u̶t̶k̶l̶e̶i̶d̶e̶r̶n̶ ̶ü̶b̶e̶r̶̶h̶e̶i̶ß̶e̶r̶ ̶R̶a̶h̶m̶s̶u̶p̶p̶e̶ ̶ f̶ü̶r̶ ̶d̶i̶e̶ ̶a̶u̶s̶t̶r̶a̶l̶i̶s̶c̶h̶e̶n̶ ̶N̶e̶b̶e̶l̶ ̶v̶o̶n̶̶ P̶r̶o̶x̶i̶m̶a̶ ̶C̶e̶n̶t̶a̶u̶r̶i̶ ̶ g̶e̶f̶ü̶l̶l̶t̶ ̶m̶i̶t

Zerknüllt sollt ihr sein, ihr blutleeren Zeilen!

Es dienen die uralten Paranthesen dem Genesen der Panther im wilden Westen im Herzen ihres Wesens, so oft auch niemand die ölverschmierten Brautkleider des australischen Nebels der Blattrahmsuppe im Winterkarussell besah und am frischen Mehl der Südsee sich die erstbeste unter ihnen rächte, dies furchtbare Messer kaleidoskophaften Amseln gleichend aus den Untiefen der Einkaufsmeile stürmten, derweil, in denselben Palästen, denen früher das flüsternde Helium mitunter die schönsten Torten einer Petunie nachbildete, während die Petunie ins Bild der Finanzkrise sah und die Finanzkrise ins Bild der Petunie.

Endlich! Süß schmeckt dein Kuss, liebe Muse! Ich fasse neuen Elan und schreibe den Schluss in einem Rutsch:

In Blasröhren verstreut, die seltensten aller Konzilien und leuchtendsten aller Backenzähne einen Rasenmäher nicht beschönt, hätte ansonsten eines nicht vorenthalten:

IKOSAEDER

Stolz betrachte ich, was ich vollbracht habe und woran andere scheiterten. In der Tat, es ist vollkommen, und die Menschheit wird sich an diesen bahnbrechenden Moment erinnern. Bloß der Titel möchte noch von meiner Hand verfasst werden, die alles, was sie berührt, in Gold verwandelt. Ja, wie könnte ich es nennen?

Der Grandiose Durchbruch? Geistesblitze?

Nein, viel zu schnöde. Ich atme durch und halte inne, da sehe ich ihn vor mir in monumentalen marmornen Lettern. Ich schreibe mit zitternder Hand:

Gedanken eines Schreibenden, der vor einem Blatt Papier saß und sich nach Ruhm sehnte.


Bis bald! euer Schreibotter




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