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Die Schlaflosen

Aktualisiert: 22. Nov 2019




In unserer beinhart materialistischen Gesellschaft ist Schlaf nicht einfach bloß ein fürchterlich unterbewertetes Gut, er wird regelrecht mit Füßen getreten. Es will sehr vielen Menschen nicht in den Sinn, dass er dazu dient, sich gesundheitlich zu regenerieren und dass diese Stunden, die uns tagsüber munter und ausgeglichen halten, buchstäblich alles, nur nicht verschwendet sind. Stattdessen wird stets nach dem absoluten Minimum gesucht, werden gezogene Grenzen immer wieder unterschritten, während parallel die Zahl der psychischen Probleme, aber auch der Krebserkrankungen ganz sonderbar in den Himmel schießt - und das, obwohl wir theoretisch ein deutlich gesünderes und glücklicheres Leben führen könnten als früher. Das Stigma des Schlafes ist ein deutlich tödlicheres Problem als manch anderes, über das tagein, tagaus diskutiert wird.


Hätten wir arbeitende Maschinen, die schlafen und sich dabei selbst reinigen und warten, dabei sogar die schwersten Schäden ganz von selbst ungeschehen machen können, ich bin mir sicher, jeder Großkonzern würde diese bahnbrechende Technologie einsetzen, um sich gigantische Summen einzusparen! Nur den arbeitenden Menschen, die diese grandiose Funktion tatsächlich besitzen, gönnen sie das nicht. Kann doch dem Unternehmer egal sein, ob seine Mitarbeiter begeistert und auf Hochtouren arbeiten oder einfach bloß mit Burnout herumsitzen, oder?


Bonus: Das mit dem Gähnen

~1 Seite


Plot Twist des Jahrhunderts:

Nein.



Materialismus ist die verquere und verlogene Ideologie, nach der nur Materie, nicht aber Energie real und wirksam sein soll. Prozesse, ganz egal wie machtvoll, sind Hirngespinste, sonst gar nichts! Dass die Sonne durch einen Prozess entstanden ist - und sich materiell in nichts von der kalten, leblosen Gaseinöde unterscheidet, aus der heraus sie geboren wurde - ist dem Materialisten reichlich schnuppe. Er sieht keine Prozesse, die Sonnen erschaffen und wieder untergehen lassen, sondern er sieht immer bloß eine Sonne oder eben keine Sonne. Materialismus wird gerne als ein "pragmatisches Set von Prioritäten" verklärt, das eben die einfacheren Bedürfnisse des Menschen hochhalte und ihnen bedingungslos ergeben sei. Aber genau das tut er eben nicht - er ist nichts als ein Betrug, eine Selbsttäuschung, eine geistige Blockade. In einer weniger materialistischen Gesellschaft wären wir alle nicht nur ausgeschlafener, sondern es müsste auch niemand mehr hungern, dursten oder draußen übernachten.


Der Materialismus schadet diesen Bedürfnissen.


So, wie allen anderen.


Denn der Materialismus ist keine den Blickwinkel erweiternde Philosophie, sondern eine ihn verengende Ideologie, und der beste Beweis dieser Tatsache ist es, wie viele Menschen sich ohne ausreichenden Schlaf abquälen müssen, einfach weil ihre Brötchengeber lieber einen möglichst schludrigen Betrieb mit möglichst niedriger Moral und möglichst gedrosselter Produktion haben. Es liest sich eben schöner auf dem Papier, ungeheure Ressourcen überschüssig verbraten und hunderte Menschenleben sinnlos schwerer gemacht zu haben.


Ganz selbstverständlich ist Schlaf nicht der einzige Prozess, den unsere materialistische Selbsttäuschung angreift, und selbstverständlich geschieht dies auch nicht bloß durch unsere Arbeitskultur, die darauf basiert, sich auf immer bedingungslos abzuhetzen, egal wie viel Überschuss wir anhäufen. Im Studium sind mir Menschen begegnet, für die das Motto "Schlaf ist für Anfänger" nichts mit der Selbsterhaltung zu schaffen hat. Sondern damit, die eigene Lebensqualität durch größtmöglichen den aushaltbaren Schlafentzug auszulöschen und nachts so viel wie nur irgend möglich auf den Beinen zu sein. Ist das Gehirn erst einmal ausreichend geschädigt und löcherzerfressen - erneut: ein Prozess, für den wir uns blind geben, obwohl er nicht unbedingt das ist, was man eine Raketenwissenschaft nennt - nimmt das Empfinden von Schlafbedürfnis unweigerlich ab. Schade ist es da, dass der Schlaf natürlich nicht bloß für ein gesundes Gehirn notwendig ist, sondern für alle organischen Systeme gleichermaßen. Diese Menschen altern also im Namen ihrer Jugend, die es unbedingt zu nutzen gelte, gut und gerne dreimal so schnell. Sie werden Glück brauchen, um noch zu leben, wo bei anderen die Jugend noch nicht einmal gänzlich verschwunden ist.



Die materialistische Ideologie - das nenne ich die Mutter aller Probleme.



Schlaft gut!

euer Schreibotter





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