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Die tatsächliche Brücke

Aktualisiert: 22. Nov 2019

So wird es also endlich Zeit, dass ich eine Farbe bekenne.

Eine der Politik, oh ja! Und sie lautet...




[weiß]

Selbstverständlich möchten Mathematiker, wenn sie eine neue Formel ersinnen, dass diese anwendbar ist und da draußen echte Probleme löst. Aber die Formel ist mehr als die Lösung eines  individuellen Problems.

Für mich persönlich bedeutet auch Philosophie eine solche universale Methode. Sehnlich wünsche ich mir, dass die Menschen unabhängig von ihrer politischen Position mit meinen Ideen etwas anfangen können. Und zwar etwas Gutes. (Denn auch noch der allerschlimmste Mensch ist und bleibt genauso imstande, Gutes zu tun, wie jeder andere.) Die Devise lautet dementsprechend: Ich möchte niemanden ausschließen, und das wird sich in meiner Philosophie nicht ändern. Ich möchte keine -ismen durch die Gegend schleudern und einander wie scheinbar unversöhnliche Naturkonstanten gegenüberstellen, sondern eine Brücke bauen.


Eine aus Stein allerdings, nicht aus Pappmaché.


Brücken bauen in der Gesellschaft - das nenne ich ganz sicher nicht die jämmerliche und duckmäuserische Praxis, einfach immer alle Positionen als berechtigt abzunicken, nur weil sie existieren.


Politiker sollten nicht die Summe der individuell geäußerten Interessen vertreten, oder gar bloß einen Teil der geäußerten Interessen - wie das bisher so schrecklich kurzatmig gemacht wird. Sie sollten stattdessen

1) ausnahmslos allen Seiten zuhören,

2) kritisch hinter alle Irrtümer blicken,

3) das tatsächliche gemeinsame Interesse aller berechnen,

4) dies tun.


Dies ist die tatsächliche Mitte.


Selbst, wenn keine einzige Menschenseele dieses tatsächliche gemeinsame Interesse jemals verlangt haben sollte, weil alle immer bloß auf ihren eigenen Teller schauen und somit nicht realisieren, wo ihre größten Probleme und ihre größten Chancen liegen, sollten Politiker sich genau so verhalten. Denn diese Strategie wird ihnen, über Jahre und Jahrzehnte gesehen, Recht geben. Sie haben die Pflicht, Irrtümer aufzudecken, Kompromisse zu schließen und Lösungen zu erarbeiten, die die Bevölkerung so gar nicht gesehen hat, weil ihre Interessen ebenso zersplittert sind wie ihre Perspektiven. Für mich ist das Brückenbauen das Abbauen dieser Irrtümer mit allen friedlichen Mitteln, und jede so gebaute Brücke ist eine gute Brücke, denn sie vernetzt die Perspektiven der Menschen. Und gemeinsam können wir unsere Probleme schließlich am leichtesten lösen. Perspektiven sind nicht wahr oder unwahr, sondern sie sind Realität und als solche anzuerkennen. Jeder neue Blickwinkel kann uns, solange wir kritisch bleiben und einander zuhören, lediglich ein Stückchen weiser machen. Ich habe eine Überzeugung:

Der Philosoph der Zukunft ist kein strubbeliger Elfenbeinturmbewohner, der die Realität der Realität zu beweisen versucht. Sondern eine kulturelle Terraformerin, die geistige Katalyse leistet. Soll heißen, den Menschen klar macht, dass jegliche Rivalität ineffizient und irrational ist; dass all die Scheußlichkeiten, die sie einander antun, mit der immerselben Begründung, sie seien unvermeidlich, in der Tat umgangen werden können. Frühere Philosophen leisteten diesen Dienst an einzelnen Schichten und Institutionen der Gesellschaft, beziehungsweise an dem Gemenge aus verfeindeten, einander ständig unterdrückenden und ausbeutenden sozialen Größen, die es erst einmal zu versöhnen und zu vereinen galt, und ließen so die westliche Moderne entstehen.


Aber dies muss sich wiederholen, und zwar nicht nach innen, sondern nach außen gerichtet. Geistige Katalyse der unterschiedlichen Blickwinkel ist wichtiger denn je geworden, um den Frieden zu wahren. Dabei geht es nicht darum, das eigene durch das Fremde zu ersetzen - oder umgekehrt - sondern darum, dass wir unsere inneren Landkarten zusammenlegen und eine größere erhalten.

So entsteht, was uns als Menschen ausmacht:


Der verschmolzene Blickwinkel.


Die treibende Macht hinter der Menschheitsgeschichte. Der Grund, warum wir uns heute nicht mehr zu sechs oder sieben, sondern zu Millionen und Milliarden organisieren, warum wir Interessen und Informationen einander mitteilen und sie zum gegenseitigen Nutzen berücksichtigen, damit eben nicht mehr Mord und Totschlag um unser Frühstück begangen werden muss.





Nebenbei, die Praxis, mich öffentlich aus politischen Debatten meist herauszuhalten - was nicht immer so war - hat damit nichts zu tun. Ich kann nicht sonderlich gut reden und erst recht nicht überreden. Ich kann nicht mehr, als meine Ideen nachvollziehbar und ausführlich auszubreiten und zu hoffen, dass man mich lückenlos versteht. Sobald dieser Schritt einmal getan ist - sobald mein Blickwinkel mit dem der Leserin oder des Lesers verschmolzen ist - habe ich mein Ziel erreicht. Es ist überhaupt nicht meine Sache, was sie sich aus meinen Gedanken machen. Sie wissen ja viel besser bescheid als ich, da sie einen verschmolzenen Blickwinkel haben und ich nur meinen einseitigen. Bleibt also lediglich zu hoffen, dass ich ihnen etwas mitgeben konnte.

Ich brauche meinen Lesern nicht über die Schulter zu schauen und nicht bevormundend reinzureden. Sie sollen sich ihr eigenes Bild machen. So viel zu meinem Ethos.


Bonus:

Erde danach




Bis bald! euer Schreibotter




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