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Kaffeekränzchen | Nähkästchen

Aktualisiert: 22. Nov 2019



Liebes Tagebuch, heute habe ich eine halb erwachsene Birke unter einem Ast hervorgezerrt.

...

Na schön, das war eine Flunkerei.

Ich habe nämlich überhaupt kein Tagebuch!


Dieser Text soll euch nicht damit zuschütten, was immer mir neuerdings so passiert ist. Stattdessen möchte ich euch zu einem, nunja, Kaffeekränzchen einladen. Ein Erlebnis der Woche, wenn man so möchte, über das ich hier mein geruhsames Schwätzchen halte. Damit ihr dieses Pelztier, das hier so munter alle Fenster mit seinen Texten zuzukleistern liebt, auch mal ein bisschen näher kennen lernt, schätze ich. Aber vielleicht auch einfach nur als Pelztierstudium per se. Und außerdem ist es eine sehr entspannende Tätigkeit. Für mich. Der Kaffee riecht nämlich erste Sahne und wie oft kommt man zwischen all dem Geschichtenschreiben schon zum Plaudern?

Eben...

Aber manchmal, da muss es eben sein. Besonders, wenn einem so was Skurriles zustößt wie eben, dass man einen Baum vor einem Ast rettet. Der Baum stand ein bisschen abseits des Pfades und stand zwischen seinen dickeren Kumpanen. Der Ast wiederum war nur unwesentlich kleiner als der Baum und machte ihm schwer zu schaffen. Ich fand, da könnte man ein bisschen nachhelfen. Schon klar, dass sich das Trumm nicht eben so anheben ließ, also musste ich den Ast meterweit ziehen, bis die kleine Birke endlich nicht mehr da drunter war und sich - leidlich - wieder aufrichtete. Schon übel krumm gewachsen. Ist das nicht viel seltsamer als das mit dem Ast, dass ihn anscheinend über Jahre keiner bemerkt hat? Für mich schien es ein ziemlich auffälliges Bild zu sein. Und das ist eine Sache, die mich immer wieder stutzen lässt.

Ich habe ADS. Eine Nervenkrankheit, die die Wahrnehmung dezentralisiert und auffächert. Das ist weder eine schlechte Ausrede, noch eine Freikarte im Leben. Es heißt aber einfach das eine oder andere. Es heißt zum Beispiel, dass ich immer wieder vor meine Füße schaue und nachsehe, was da so alles sein könnte - selbst, wenn ich eigentlich in Gedanken bin. Es ist ein bitteres Bild, wenn da drei Schnecken über das Pflaster kriechen und ein einzelner Mensch sie allesamt nicht sieht und zielsicher nicht eine davon unzertreten lässt. Manchmal, wenn es sein muss, husche ich in gebührendem Abstand vor blinden Mitmenschen her und bringe die hilflosen Tierchen rasch aus der Bahn.

Für manche wird sich dies reichlich übertrieben anhören. Es könnte der Eindruck entstehen, als kümmerten mich diese Schnecken so sehr, dass ich nichts anderes mehr im Sinn hätte. Ist nicht so. Sie zu retten, ist aber entschieden leichter, wenn man sie automatisch wahrnimmt, ob man sie nun im Sinn hatte oder nicht. ADS macht wirklich nicht alles im Leben leichter - manches aber schon.

So, das reicht jetzt aber von meiner Seite. Lasst uns anstoßen! ^_^ Stößt man Kaffee nicht an? Aber Bier! Ist das nicht dassel... Ich schwöre feierlich, dass ich die menschliche Etikette lernen und beachten werde, wenn wir uns wiedersehen. Erstmal lasst uns aber die Tassen umschmeißen, damit wir endlich trinken können.

Bis bald! euer Schreibotter




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