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Keine Angst vorm Exposé!

Aktualisiert: 22. Nov 2019





Ihr kennt es sicher schon. Ist der Roman - das Sachbuch, die Kurzgeschichte etc. - erst einmal geschrieben, dann geht das Bewerben los. Das Exposé soll euren Text den Mitarbeitern eines Betriebes präsentieren, der mit Einsendungen hoffnungslos überschwemmt wird - und das jeden Tag aufs Neue! Es ist also eine gute Idee, in knapper Form möglichst überlegt zu punkten. Aber wie?

In diesem kurzen Beitrag soll es nicht darum gehen, eine umfassenden Anleitung zu diesem Thema zusammenzustellen. Lest unbedingt mehr dazu, bevor ihr euch daran macht. Jedoch möchte ich knapp erläutern, was nach meinem subjektiven Kenntnisstand ein solides Exposé mit ausmacht - und nur allzu schnell übersehen wird, was zu Entmutigung führen kann, die sich vollständig vermeiden lässt!

Der Form halber ein kurzer Überblick, was nicht fehlen sollte:



1. Der Überblick,


welcher die "harten Fakten" beinhaltet, sollte an erster Stelle stehen. Dies kann z.B. in einer kurzen Tabelle erfolgen. Unbedingt beinhalten sollte diese das Genre, den Typus der Erzählperspektive, den Umfang in Normseiten und natürlich euren Namen. Angaben zur Zielgruppe etc. schaden hier sicher auch nicht.




2. Der "Pitch",


der eine superkurze Beschreibung eurer Prämisse oder eures Themas ist, die Lust auf mehr macht und gegebenenfalls auch besondere stilistische Entscheidungen erwähnt. Ein Verlag, dem Exposés ohne Ende zukommen, könnte deinen Pitch als erstes Ausschlusskriterium betrachten, das heißt - macht er keine Lust auf mehr, dann wird nicht einmal dein Exposé gelesen! Dies mag entmutigend klingen, ist aber eine unvermeidliche Realität des Betriebs. Nehmt euch daher unbedingt Zeit, um einen guten, ansprechenden Pitch zu schreiben. Hierzu gibt es viele gute Leitfäden.



3. Der Handlungsüberblick oder das "eigentliche" Exposé

sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen. Hier lauern sicherlich die größten Tücken. Denn während sich ein überzeugender Pitch schwer schreiben, aber leicht planen lässt, ist es bei diesem Schritt genau andersrum - und immer besser, sich erst einmal Gedanken zu machen, was genau ihr sagen möchtet.

Das Exposé ist nämlich nicht zu verwechseln mit einer bloßen Inhaltsangabe eures Textes. Es kann nicht darum gehen, die Handlung haarklein auszubuchstabieren. Stattdessen erklärt ihr eure Geschichte. Es geht hierbei darum, zu veranschaulichen, dass ihr wisst, was ihr gemacht habt und warum - darum, dass ihr euren eigenen Text auf einer technischen Ebene erklären könnt. Bloß nicht darüber in die Falle gehen, über die eigene Geschichte herumzuschwär-men! Dies ruiniert euer Exposé im Handumdrehen. Ihr erzählt nicht über eure Geschichte und wie großartig sie ist. Ihr erklärt sie, indem ihr alles erzählt, was nötig ist, um ihren Reiz zu erfassen. "Show, don't tell" gilt hier so sehr überall sonst auch.

Dementsprechend heißt das zunächst einmal, die Handlung von ihrem ersten bis zum letzten Schritt wiederzugeben - aber dies eben nur lediglich so fein, dass sichtbar wird, dass sie abgeschlossen und rund ist. Man soll dieser Erläuterung bequem folgen können. Irrt nicht in Einzelheiten umher, von denen im knappen Rahmen nicht ersichtlich wird, was sie bedeu-tend macht, so bedeutend sie sein mögen. Lasst stattdessen euer Thema, den zentralen Konflikt der Geschichte und ihren übergeordneten Spannungsbogen durchscheinen. Für die Figuren gilt, dass sie so gut einzuführen sind, dass man ihre Rolle im Großen Ganzen erkennen kann.

Könnt ihr bei alledem auch über grundlegende Stilentscheidungen elaborieren, wie z.B. "es kommt dadurch immer wieder zu unfreiwillig komischen Situationen", dann punktet ihr gleich doppelt. Erstens spricht das ja für eure handwerkliche Kenntnis der Sache. (Dafür muss euer Konzept aber wie gesagt auch wirklich überzeugen, nicht einfach bloß überzeugt von sich reden.) Zweitens erleichtert es dem Betrieb das stilistische Einordnen des Textes, das beim Marketing eine riesengroße Rolle spielt. Schlussendlich sollte auch dieser Text, genau wie auch der Pitch, natürlich Lust auf mehr machen!

Das alles ist wie ein Test zu verstehen: Ist man imstande, das Entscheidende aus der eigenen Geschichte so klar herauszuarbeiten, dass drei Seiten reichen? Die Länge der Geschichte ist dabei (anders als bei der klassischen Inhaltsangabe) oft nicht maßgeblich. Selbstverständlich fällt es bei einer komplexen Geschichte mit vielen Schritten schwerer, als bei einer einfachen, sich auf die richtigen Punkte zu beschränken. Jedoch fallen Lücken in der Präsentation eben immer erst dann ins Gewicht, wenn sich das, was ihr hier schreibt, durch sie nicht mehr überzeugend anhört. Gerade deshalb denke ich, dass es bei jeder Geschichte möglich ist, ein gelungenes und ansprechendes Exposé aus ihr zu schustern, und darum sollte es in jedem Fall das Beste sein, die konventionelle Grenze von drei Seiten einzuhalten. Eure Adressaten werden es euch danken. Und wenn es gelungen ist, dann werden sie die vielen Raffinessen eurer Geschichte, die ihr nicht unterbringen konntet, schließlich noch bald genug kennen lernen. ;)

Ich hoffe, dass ich mit diesen Gedanken helfen konnte. In jedem Fall rate ich euch aber dazu, nochmals einen umfassenden Leitfaden zu konsultieren, wenn es bei euch soweit ist, und wünsche natürlich viel Spaß beim Schreiben.




Bis bald!

euer Schreibotter





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