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Programme zum Schreiben?

Aktualisiert: 22. Nov 2019




Scrivener, Papyrus, Patchwork - welche Schreibinteressierte hat nicht schon von ihnen gehört? Tatsächlich zählte ich selbst bis vor ca. einem Jahr dazu. Sämtliche Funktionen, die diese Programme erleichtern sollen, hatte ich mir da allerdings schon längst antrainiert - mit anderen Mitteln.

Schriftsteller und überhaupt Schreibende haben Jahrtausende mit dem Schreiben einiger der komplexesten Texte verbracht, ohne dabei die modernen Technik benutzen zu können. Dies belegt natürlich noch lange nicht, dass letztere nicht sehr nützlich sein könne. Und die Zahl derer, die sich für ein ausgewiesenes Schreib-Programm entscheiden, spricht Bände darüber, dass sie sehr beliebt sind.

Aber aus welchen Gründen?

Pauschalurteile verbieten sich. Jede und jeder schreibt anders - mit anderen Methoden, Intentionen und Intuitonen. Ich muss jedoch sagen, dass mich die Möglichkeiten der spezialisierten Programme nicht so ganz überzeugen. Ich entscheide beim Schreiben doch lieber selbst, wann ich welchen Begriff nachschlage und mich seiner Schreibweise vergewissere, als ununterbrochen alles abtasten zu lassen - davon abgesehen, dass es Testleser und Lektoren gibt und diese durch eine maschinelle Rechtschreibkorrektur sicher nicht obsolet werden. Schließlich werde ich durch Programme, die blind und ohne zu wissen, was sie da stammeln, Geschichten schreiben, auch nicht obsolet.

Natürlich ist ein Programm, das sich ganz umfassend personalisieren lässt, beim Schreiben erst einmal besser als eines, das einschränkt. Aber gerade die Schlichtheit der traditionellen Programme ist es, die ich lieb gewonnen habe und für mich das Bestechende an ihnen ausmacht. Je weniger Trara meine Augen stört, desto stärker und anhaltender ist mein Fokus. Nichts als die Tastatur, ein reinweißer Bildschirm und ich - so sieht mein Traum aus. Natürlich kann man jegliches Programm so gestalten, dass sich alle relevanten Funktionen und Menüs ein- und ausblenden lassen. Dieses individuelle Bedürfnis, das mich in der Praxis davon abhält, mich mit den neuen Programmen auseinanderzusetzen, sollte also kein echtes Problem darstellen.

Lohnen sie?

Das lässt sich so nicht entscheiden. Ich liebe es, zu skizzieren und zu strukturieren, genau wie die neuen Programme es erleichtern sollen. Je wilder und chaotischer, desto besser, denn bei diesem Prozess soll ja meine Kreativität besonders strömen können. Studien belegen nun allerdings, dass das Schreiben von Hand selbige enthemmen kann, und deshalb skizziere ich stets auf Papier. Der andere Grund ist, und das mag anderen gerne anders gehen, dass jedes größere Projekt für mich in den Planungsschritten ein Unikat darstellt. Handarbeit, sozusagen. In jedem Projekt sind die unterschiedlichen Instrumente, wie z.B. Szenenliste, Charaktere und Setting deswegen unterschiedlich gewichtet und verdienen nicht nur unterschiedlich viel Raum, sondern oftmals auch eine ganz eigene Gestaltung. Die Schablonen, die ein eigens dafür entwickeltes Programm im Planungsbereich anbietet, können zwar sicher sehr umfassend sein, einen hohen Flexibilitätsgrad besitzen und etliche anstrengende Schritte erleichtern - aber letztendlich müssen es doch Schablonen bleiben. Beim Planen von Hand hingegen ist es mir erlaubt, jede beliebige Struktur aufzuzeichnen, die mir in den Sinn kommt, ganz genau so, wie sie mir kommt. Ich kann mir demgemäß nur schwer vorstellen, dass eine maschinelle Schablone mir hier jemals den kreativen Prozess erleichtern würde - aber auf genau den kommt es nunmal an. Umständliche Tabellen anzulegen, Hintergrundinformationen etc. zu sammeln, zu vernetzen und zu überblicken, ist mit den neuen Programmen sicherlich leichter. Aber verglichen mit den Arbeitsschritten, die die abstrakte Struktur festschrauben, ist dies - für mich und bisher - so oder so der leichtere Teil.

Fazit:


Ein Muss ist ein spezielles Programm zum literarischen Schreiben ganz sicher nicht. Jedoch sind schreibende Menschen - und ihre Projekte - so unterschiedlich, dass der wahre Nutzen sich nur von Fall zu Fall ermessen lässt. Schön ist, dass es oftmals zum Testen einen Probezeitraum gibt, um genau dies zu erlauben.



Bis bald! euer Schreibotter





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