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Rezension: Askeria: Die letzte Generation – Juliet May

Aktualisiert: 22. Nov 2019









ISBN: 978-3-96443-455-5

Erschienen am: 13. 09. 2019

Seiten: 560




Askeria: Die letzte Generation ist der frisch erschienene erste Band einer Reihe, die sich auf dem fantastischen Kontinent Mitaeria abspielt. Dieser Kontinent befindet sich in einer interessanten, eher frühmodernen denn mittelalterlichen Situation. Die durch Mondkristalle unterstützte Alchemie bildet den Grundstein einer reichen, blühenden, in Frieden vereinten Menschheit. Der Orden von Corasil behütet und leitet alle moralisch, von den Regenten der Provinzen bis hin zum ärmsten Bettler. Rasch merken wir jedoch an der Seite der jungen Piara, dass mit der Idylle etwas nicht stimmen kann.

Dass sie einen Preis hat.

Das Buch setzt unmittelbar ein, als sie gemeinsam mit ihren beiden älteren Brüdern aus ihrer vertrauten Heimstätte vertrieben wird. Nach und nach trennen sich die Schicksale der drei. Piara steht eine harte Reise bevor, auf der hinter jeder scheinbaren Sicherheit eine Überraschung zu lauern scheint. Mehr möchte ich nicht verraten – stattdessen möchte ich auf den Stil der Autorin verweisen, der gleichermaßen sachlich und dadurch klar und leicht verständlich, aber dennoch beschwingt und lebendig durch einen Kosmos führt, der in seiner detaillierten Fülle zum Leben erwacht, so sehr, dass man sich heimisch zu fühlen beginnt. Die Interaktionen der Helden untereinander sind bewundernswert menschlich und reißen uns mit, noch bevor wir über sie sonderlich vieles wissen. Sehr kleine stilistische Inkonsistenzen können nicht an der Lebendigkeit des Geschilderten rütteln und allzu oft erweist sich das, was uns stutzig macht, als gewollt. Müsste ich mich entscheiden, was mich an diesem Buch am meisten stört, dann ist es die Tatsache, dass es erheblich schwerer ist, als es aussieht – mit meiner Sehnenscheidenentzündung bedeutete dies, dass ich es nicht immer und überall ohne Probleme lesen konnte. Formal oder inhaltlich gibt es hingegen nichts, was mich aus dem Leseerlebnis reißen konnte.

Besonders spannend macht es aus meiner Sicht das hintergründige Thema, das wie ein Damoklesschwert über allem zu hängen scheint, was Piara erlebt und dennoch so umfassend, so unvermeidlich ist, dass man es beinahe übersehen könnte, wenn es nicht immer wieder in eingeschobenen Gedichten oder dogmatischen Abhandlungen aufgegriffen würde: der Fremdenhass. Das Gefühl lässt einen nicht los, dass die Geschichte ganz und gar nicht so feinsäuberlich, so schwarzweiß und wie einem Bilderbuch entsprungen sein kann, wie die Corasil es darstellen. Die Suche nach einem Sündenbock und die Selbstbeweihräucherung der herrschenden Institutionen erinnern an die düstersten Kapitel der Kirchengeschichte. So kann man sich gut in die Schuhe tatsächlicher historischer Alchemisten, Astronomen oder Biologen hineinfühlen, die für das Beobachten einfachster Tatsachen einen schrecklichen Preis zahlten.

Allen, die diese kurze Rezension neugierig machen konnte, kann ich "Askeria: Die letzte Generation" sehr empfehlen.




Bis bald! euer Schreibotter






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