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Stehschreiben

Aktualisiert: 22. Nov 2019




Zugegeben, unter Schreibtipps verstehen die meisten eher etwas anderes. Aber warum eigentlich? Ich jedenfalls verstehe darunter technische Hilfestellungen, nicht so sehr ein "schreibe dies und das und auf gar keinen Fall das" - und die heutige technische Hilfestellung dreht sich eben darum, was meine Beine machen, während ich schreibe:

Sie stehen.

Nicht immer indessen. Ich muss schon ausgeschlafen sein, satt, aber auch nicht bis zum Platzen vollgefuttert - solche Sachen. Soll heißen, es geht darum, dem Körper das nicht einfach bloß aufzuzwingen, sondern die richtigen Bedingungen zu schaffen, und die sind bei uns allen ein bisschen anders. Aber hey. Ihr wisst schon, was ihr gerne macht. Jedenfalls ermöglicht das gezielte Nachdenken über die eigenen somatischen Bedürfnisse und das gezielte Ausleben des Tages nach genau diesen Bedürfnissen neben vielem anderen auch das Stehschreiben. Aber was bringt es eigentlich?


Es ist keine drei Jahre er, dass das Schreiben mich - wie fast jeden anderen - noch vor allem Sitzfleisch kostete. Aber schon damals schrieb ich gerne ausgiebig. Bis zu sechs Stunden am Tag! Feierabends, beim Essen, Fahren und bei allen erdenklichen übrigen Gelegenheiten sitzt man auch schon, also ist das, wie euch jeder Arzt wird sagen können, ein bisschen viel von einer Sache, für die wir Menschen eigentlich gar nicht gemacht sind. Ich hatte also ursprünglich eher meine Gesundheit im Sinn und wäre schon froh gewesen, wenn ich im Stehen noch dieselbe Leistung erbracht hätte wie im Sitzen. Ist das nicht sehr ablenkend? Irrtum. Es erhöht den geistigen Fokus sogar! Die Ideen kommen einem schneller, man ist stundenlang einfach mehr bei der Sache, denn der Kreislauf macht endlich mal, was er soll, anstatt durch leidliches Nichtstun gehemmt zu sein.

Je sportlicher ihr seid, desto leichter fällt euch das alles natürlich. Trotzdem kann es gerade ewigsitzenden Bürohengsten helfen, glücklicher und gesünder zu werden und daneben auch mehr zu leisten. Für die, die im Job sehr viel stehen müssen, kommt es jedoch auch schnell zu gewissen gesundheitlichen Hürden: Das Bein möchte nämlich nicht in seinen Gelenken ruhen, denn die sind nicht dazu gebaut, ununterbrochen das eigene Gewicht zu stemmen. Dies ist stattdessen der Job der Muskeln, das heißt also:


Bewegung bitte! Und zwar je mehr, desto besser. Die Bewegung zwischendurch setzt einen weichen, ergonomischen Fußboden voraus, um nicht ihrerseits zu einer Belastung auszuarten. Ich wiege mich tänzelnd zu meiner Schreibmusik, während ich das hier tippe. Trotzdem muss stündlich mal von der Tastatur abgelassen werden, dann gehe ich ein bisschen durch den Raum und mache solange vielleicht eine Handdehnübung. Ist ehrlich keine große Sache. Und ist nach langem Stehen der Text geschrieben, dann kann man sich gleich doppelt darauf freuen, runterzukommen - geistig wie auch buchstäblich. Die Erholung nach dem Stehschreiben ist ein angenehmes, erfülltes Gefühl, das möglicherweise sogar gegen wiederkehrende Selbstzweifel hilft. Aber einen kleinen Haken hat die Sache noch, denn wer stundenlang herumsteht und sich dann unmittelbar aufs Bett sacken lässt (wie verdient auch immer), tut damit den eigenen Blutgefäßen keinen großen Gefallen und erschwert sich somit langfristig beides unnötig, das Schreiben und das Stehen. Stattdessen sollte man sich einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft gönnen oder anderweitig den Kreislauf nochmal ordentlich hochfahren - und dann heißt es endlich ausruhen. Selige Pause! Endlich erfüllt hinlegen.

Sagt mal, merkt man mir arg an, dass ich in meiner Familie von Medizinern umgeben bin?




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