Text ballen in 5 Schritten





Hey, ihr!



Beim Schreiben versuche ich stets, neue Selbstanweisungen zu formulieren, um mir gewonnene Eindrücke besser merken zu können und sie vielleicht sogar an andere weiterzugeben. Sie nehmen gern die Form einer kleinen Liste von Faustregeln an, die gemeinsam – so die Idee – eine greifbare und doch flexible Methode bilden. Ich bin nun leider alles, nur kein Schreibcoach, und so kommt es ganz auf eure eigene Intuition an, wie bequem ihr mir hier folgen könnt.

Die Idee der hier vorgeschlagene Methode es, dass wir einen bereits geschriebenen Text überarbeiten; wir brauchen also erst einmal einen Rohtext. Sobald wir den haben, stellen wir uns die Frage, was den Text aus Lesersicht emotional und lesenswert macht (oder wie ich es nenne, wir brechen ihn in seine Motive herunter).

Beispiel: Hugo wünscht sich ein Meerschweinchen (Motiv 1). Hugo erhält die niederschmetternde Nachricht, dass er gegen Meerschweinchen allergisch ist (Motiv 2). Hugo erfährt von der Möglichkeit, sein Immunsystem zu desensibilisieren (Motiv 3) – usw. Bei einem geballten Text (und das ist nur eine fancy Form, zu sagen: ein Text, der spannend ist) wird nicht einfach der nackte Plot runter gerattert, sondern jede einzelne Information wird möglichst so erzählt, dass sie unmittelbar ein Gefühl transportiert. Absätze sind unterschätzte Sinneinheiten, die uns helfen können, dies zu erreichen.




Nun aber. ^_^

Text ballen in 5 Schritten:

1. Hinter jedem Absatz verbirgt sich ein geheimes Motiv. Finde es!


2. Frag dich, ob das Motiv an dieser Stelle benötigt wird (Reihenfolge | Kontext).

3. Frag dich, ob das Motiv inhaltlich angemessen ausgebaut ist (Hugo muss wirklich ganz arg ein Meerschweinchen wollen und nicht bloß einmal müßig drüber nachdenken, sonst funktioniert die Geschichte nicht)


4. Frag dich, ob das Motiv formal angemessen ausgebaut ist, sodass man seine Tragweite sofort verstehen und empfinden kann, statt sich alles mühsam zusammen puzzeln zu müssen, damit der Text seine Motive entfalten kann (und dadurch ja erst interessant wird).


5. Frag dich, ob der Absatz überflüssige Information beinhaltet, die das Motiv nicht befördert und besser gestrichen werden sollte, um die emotionale Intensität beim Lesen zu erhöhen.


Das Schöne an diesen 5 Schritten ist aus meiner Sicht, dass sie sich – sofern sie mit eurer schreiberischen Intuition harmonieren – leicht merken lassen und quasi ein Gesamtpaket bilden, mit dem wir einen Text schnell und zielgerichtet ballen können, ohne dabei dauernd unterschiedliche Ebenen durcheinanderzubringen und uns so selbst zu blockieren. Denn die 5 Schritte führen uns von den großflächigen, abstrakten Fragen bis in textliche Details hinein und decken alles dazwischen ab.

Ich hoffe, es hilft irgendwem. ^_^ Bis bald! euer Schreibotter



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